15.12.2019

Die Bienen von Draiflessen

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Im Außenbereich von Draiflessen haben fünf Bienenstöcke, geschützt zwischen Hecken, ihren Platz eingenommen und beherbergen seitdem die Bienenvölker. Einigen Besucher*innen sind sicherlich bereits dem Draiflessen-Honig im Museumsshop begegnet – einmal Früh- und einmal Sommertracht. Und im vergangenen Sommer haben unsere Honigbienen bereits ihren ersten öffentlichen Auftritt auf unserem Instagram-Profil absolviert.

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Die Bienen bei der Arbeit | © Draiflessen Collection

Wie sehr der Bienenschutz in den letzten Jahren in den Fokus gerückt ist, wurde spätestens mit dem Bestseller-Roman „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde, der 2015 erschienen ist und drei biographische Geschichten mit dem Schicksal der Bienen verbindet, deutlich. In Lundes Roman arbeitet eine der Protagonistinnen im Jahr 2098 in China als Bestäuberin, um den Zusammenbruch der Landwirtschaft nach dem Verschwinden der Bienen zu verhindern und zeichnet somit eine dystopische, aber durchaus mögliche Zukunft. Zahlreiche Dokumentation widmeten sich diesem Thema, wobei „More than Honey“ (2012) von Regisseur Markus Imhoof besonders polarisierte. Die eindrucksvolle cinematografische Inszenierung, die beeindruckende Einblicke in das Leben und Verhalten der Honigbienen weltweit ermöglichte, faszinierte Kritiker*innen und Publikum. Die Erkenntnis und Notwendigkeit die Bienen vor schwankenden Umweltbedingungen und anderen äußeren Einflüssen zu schützen, rückt weiter in das öffentliche Bewusstsein. In vielen Städten werden Grünstreifen mit bienenfreundlichen Blumen bepflanzt, immer häufiger werden regionale Honige angeboten und der Trend zur Bienenpatenschaft wächst auch weiter.

Warum sind Bienen wichtig?

Das Bienen- und Insektensterben ist nicht mehr abzustreiten. Viele  können sicher die Beobachtung bestätigen, dass die Windschutzscheiben auch nach längeren Autofahrten erstaunlich sauber sind … Auch wenn sich damit reichlich Scheibenwischflüssigkeit sparen lässt, ist die sinkende Zahl ein erhebliches Problem. Laut dem Deutschen Imkerbund werden 80% aller Blüten durch Bienen auf der Suche nach Nektar bestäubt, wodurch sich die Pflanzen vermehren und weiter bestehen. Damit also neben dem Honig unter anderem auch frisches Obst auf den Tisch kommt, brauchen wir Bienen. Denn besonders diese, aber auch Insekten allgemein, leisten einen erheblichen Beitrag für ein funktionierendes Ökosystem. Die Erkenntnis zu handeln, spiegelt sich in dem immer stärker werdenden Bewusstsein den Bienen hierzulande durch Artenvielfalt eine diverse Nahrungsgrundlage zu bieten und sie vor schwankenden Umweltbedingungen zu schützen wieder. 

Die Bienen von Draiflessen

Unter den wachsamen Augen des Imkers Ludger Runde aus Westerkappeln sind unsere neuen Kollegen*innen bereits im Frühjahr diesen Jahres eingezogen. Seitdem sammelten sie nicht nur fleißig den Nektar der Blüten auf unserem Gelände, sondern flogen auch die umliegenden Mettinger Gärten und die Blühstreifen entlang der Bachstraße an! Unsere Honigbienen haben in dieser Zeit bereits so viel Honig produziert, dass wir einen Teil davon mit dem Beginn der Ausstellung Liebe im Shop der Draiflessen Collection verkaufen. So haben auch die Besucher*innen einen Anteil am Bienenschutz und besonders die Mettinger können quasi Honig aus dem eigenen Garten genießen! Doch die Honiggewinnung war nicht der Grund für die Entscheidung Platz für die Bienen auf unserem Gelände zu schaffen. Als öffentliche Einrichtung ist uns unsere gesellschaftliche Verantwortung sehr wichtig und mit der Integration der Bienenstöcke wollen wir einen kleinen Beitrag zum Arten- und eben besonders dem Bienenschutz leisten.
Um den Bienen reichlich Nahrung bieten zu können, sind auf dem Draiflessen-Gelände mehrere Grünstreifen mit bienenfreundlichen Blumen angelegt worden, denn besonders im Spätsommer mussten die fleißigen Sammler noch genügend Nahrung finden, um das Bienenvolk sicher und gesund durch den Winter zu bringen.

Wie ensteht nun der Draiflessen-Honig?

Damit der Honig auch morgens auf dem Frühstücksbrötchen landet, müssen erst einmal die Bienen ausreichend Nektar sammeln. Durch das Aufnehmen des Blütensaftes durch ihren Rüssel, werden diesem Enzyme und Nährstoffe hinzugefügt. Bevor der Nektar aber als Honig in den Waben des Bienenstockes eingelagert werden kann, muss ihm Flüssigkeit entzogen werden. Dafür werden einzelne Tropfen von den Bienen immer wieder durch den Rüssel aufgenommen und abgegeben. Ist der Flüssigkeitsgehalt um mehr als die Hälfte reduziert, wird der Nektar in die Wabenzellen gefüllt und schließlich durch stetiges Flügelschlagen weiter ausgetrocknet bis der Flüssigkeitsgehalt nur noch bei rund 20%  liegt. Diese Austrocknung ist nötig, damit der Nektar nicht anfängt in den Waben zu gären. Nach der Einlagerung trocknet der Honig schließlich noch weiter aus und wird bei einem Gehalt von maximal 18% Flüssigkeit geerntet.

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Draiflessen-Honig | © Draiflessen Collection

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