25.08.2026
Mehrdeutiger als Naturvorgänge und Funktionskleidung stellt sich das weite Feld der Abbildungen real existierender Dinge dar. Aus diesem Bereich stammt eine Vielzahl von Exponaten in MIX & MATCH. So sind einige Abbildungen in der Ausstellung versammelt, die etwas zeigen, das buchstäblich aus einem der vier Elemente besteht. Beispiele sind Darstellungen von Bränden, Wind und Sturm oder Meeresansichten.
Einheit in der Vielfalt: Die Objektauswahl für MIX & MATCH
Wie passen eine Fotografie der Grundsteinlegung einer Kleiderfabrik, ein Holzschnitt mit dem brennenden Dornbusch, eine satirische Radierung über die Unannehmlichkeiten stürmischen Wetters und ein Regenmantel in eine gemeinsame Ausstellung?
Diese Frage begleitete das kuratorische Team von MIX & MATCH bei den Vorbereitungen für eine Präsentation ausgewählter Highlights aus den Sammlungsbeständen der Draiflessen Collection.
Der Grundgedanke der Ausstellung knüpft an eine Lehre an, die inmitten aller Wandlungen unseres Kosmos vier gleichbleibende Urstoffe identifizierte: Erde, Feuer, Luft und Wasser. Es waren die vorsokratischen Philosophen des 6. bis 4. Jahrhunderts vor Christus, die dieses Ordnungsschema erstmals als objektive Erklärung für alle Vorgänge in der Natur ansetzten.
Mit den vier Elementen verbinden sich bis heute vielfältige Vorstellungen. Sie sind offen genug, um unterschiedlichste Objekte miteinander in Beziehung zu setzen, und zugleich ausreichend konkret, um sinnliche Assoziationen zu wecken. Sie dienten den Kurator*innen als Leitfaden für die Auswahl der Exponate und strukturieren die Ausstellung in vier Bereiche.
Die Gründe für die Kategorisierung von Exponaten unter einem der vier Elemente lassen sich auf verschiedenen Ebenen betrachten. Ein sehr naheliegendes Argument besteht in der Materialität der Exponate selbst. So etwa bei den Spuren, die das Element Feuer infolge des Verbrennungsvorgangs hinterlassen kann. Das ist der Fall bei den verkohlten Resten einer Akte, die nach einem Brand der niederländischen C&A-Hauptverwaltung in Amsterdam erhalten blieben.
Diese Frage begleitete das kuratorische Team von MIX & MATCH bei den Vorbereitungen für eine Präsentation ausgewählter Highlights aus den Sammlungsbeständen der Draiflessen Collection.
Der Grundgedanke der Ausstellung knüpft an eine Lehre an, die inmitten aller Wandlungen unseres Kosmos vier gleichbleibende Urstoffe identifizierte: Erde, Feuer, Luft und Wasser. Es waren die vorsokratischen Philosophen des 6. bis 4. Jahrhunderts vor Christus, die dieses Ordnungsschema erstmals als objektive Erklärung für alle Vorgänge in der Natur ansetzten.
Mit den vier Elementen verbinden sich bis heute vielfältige Vorstellungen. Sie sind offen genug, um unterschiedlichste Objekte miteinander in Beziehung zu setzen, und zugleich ausreichend konkret, um sinnliche Assoziationen zu wecken. Sie dienten den Kurator*innen als Leitfaden für die Auswahl der Exponate und strukturieren die Ausstellung in vier Bereiche.
Die Gründe für die Kategorisierung von Exponaten unter einem der vier Elemente lassen sich auf verschiedenen Ebenen betrachten. Ein sehr naheliegendes Argument besteht in der Materialität der Exponate selbst. So etwa bei den Spuren, die das Element Feuer infolge des Verbrennungsvorgangs hinterlassen kann. Das ist der Fall bei den verkohlten Resten einer Akte, die nach einem Brand der niederländischen C&A-Hauptverwaltung in Amsterdam erhalten blieben.
Überreste einer Akte aus der niederländischen C&A-Hauptverwaltung in Amsterdam mit Brandspuren, um 1962
| © Draiflessen Collection
Aus einer anderen Perspektive lassen sich Objekte gemäß ihrer vom Menschen vorgesehenen Funktion zum Schutz gegen eines der vier Elemente betrachten. Letzteres kommt bei einem Regenmantel der Eigenmarke Palomino von C&A zum Tragen. Bei diesem Exponat war vor allem seine Funktion maßgebend für die Aufnahme unter dem Element Wasser.
Orangefarbener Regenmantel der C&A-Eigenmarke Palomino für Kinder, 1974/75, Unternehmenssammlung
| © Draiflessen Collection
Mehrdeutiger als Naturvorgänge und Funktionskleidung stellt sich das weite Feld der Abbildungen real existierender Dinge dar. Aus diesem Bereich stammt eine Vielzahl von Exponaten in MIX & MATCH. So sind einige Abbildungen in der Ausstellung versammelt, die etwas zeigen, das buchstäblich aus einem der vier Elemente besteht. Beispiele sind Darstellungen von Bränden, Wind und Sturm oder Meeresansichten.
Jan van der Heyden d. Ä. & d. J., Feuerwehr-Handbuch mit Abbildungen Amsterdamer Großbrände von dem Erfinder der sogenannten Schlauch-Bandspritze, 17. Jahrhundert
| © Draiflessen Collection
James Gillray (nach John Sneyd), Windy Weather, 1808, Radierung
| © Draiflessen Collection
Anonym, 17 Segelschiffe, 1565, Radierung
| © Draiflessen Collection
Eine besonders vielschichtige Kategorie bei der Objektauswahl stellen in MIX & MATCH sicherlich die Motive mit symbolischer Bedeutung dar. Dass die Verwurzelung der Unternehmer*innenfamilie Brenninkmeijer in ihrem historischen Herkunftsort Mettingen zum Element Erde gruppiert wurde, dürfte allerdings nicht überraschen.
Ein Holzschnitt, der Moses vor dem brennenden Dornbusch als Sinnbild für die Gegenwart Gottes zeigt, ist beim Element Feuer gut aufgehoben. Mit der Taube als Zeichen für den Heiligen Geist in der christlichen Bildtradition gelangt man schnell zum Element Luft. Der Überquerung des Atlantiks in Richtung der Vereinigten Staaten durch Mitglieder der Unternehmer*innenfamilie Brenninkmeijer in den 1930er-Jahren schließlich kommt neben ihrem konkreten historischen Kontext eine symbolische Bedeutung zu. Dieser „Aufbruch zu neuen Ufern“ erweitert das Bedeutungsspektrum der zum Element Wasser gehörigen Exponate.
Ein Holzschnitt, der Moses vor dem brennenden Dornbusch als Sinnbild für die Gegenwart Gottes zeigt, ist beim Element Feuer gut aufgehoben. Mit der Taube als Zeichen für den Heiligen Geist in der christlichen Bildtradition gelangt man schnell zum Element Luft. Der Überquerung des Atlantiks in Richtung der Vereinigten Staaten durch Mitglieder der Unternehmer*innenfamilie Brenninkmeijer in den 1930er-Jahren schließlich kommt neben ihrem konkreten historischen Kontext eine symbolische Bedeutung zu. Dieser „Aufbruch zu neuen Ufern“ erweitert das Bedeutungsspektrum der zum Element Wasser gehörigen Exponate.
Grundsteinlegung der C&A-Kleiderfabrik in Mettingen, 7. Mai 1949
| © Draiflessen Collection
Anonym (Oberrhein oder Augsburg), Moses vor dem brennenden Dornbusch, um 1470, Holzschnitt
| © Draiflessen Collection
Meister des Raphael de Mercatellis, Das Leben und die Passion Christi, um 1520−1530
| © Draiflessen Collection
Rudolf, Willibrordus Cornelius, Bernardus und Otto Brenninkmeijer an Bord der Bremen auf dem Weg nach New York, 1930er-Jahre
| © Draiflessen Collection
Bei der Konzeption der Ausstellung zeigte sich, dass sich das Ordnungsschema der vier Elemente mit seinem universellen Anspruch für die Präsentation einer großen Zahl höchst unterschiedlicher Exponate eignet und diese in ganz neuen, häufig unerwarteten Perspektiven erscheinen lässt. In der Vielfalt der Exponate wird eine Einheit erkennbar, die eine integrierende Kraft besitzt, aber eher eine Orientierungsfunktion übernimmt, als starre Grenzen zu ziehen. Ihre Stärke für eine Sammlungspräsentation liegt dabei weniger in dem ursprünglichen Wunsch der griechischen Naturphilosophen, alle Veränderungen im Kosmos auf vier gleichbleibende Urstoffe zurückzuführen. Als Auswahlkriterium für die Exponate hat das kuratorische Team vielmehr die assoziative und hergebrachte Vorstellungen überschreitende Dynamik angesprochen, die von den vier Elementen als Orientierungsrahmen ausgeht.
Unser Autor Jens Brokfeld betreut seit 2019 das Unternehmens- und Familienarchiv in der Draiflessen Collection. Er hat einen Master-Abschluss als Archivar und Berufserfahrung in Wirtschaftsarchiven und Museen. Gemeinsam mit Dr. Julia Cwojdzinski, Iris Ellers, Ruth Rasche und Guido Scholten hat er MIX&MATCH konzipiert und umgesetzt.